Hoch die Hände, Wochenende

Freitag Nachmittag. Die letzten Werkzeuge sind im Auto verstaut. Die Baustelle ist aufgeräumt, die Arbeitszettel ausgefüllt. Feierabend. Jetzt noch ein bisschen mit den Kollegen rum hängen, dann geht es heim. Wochenende.

Ich glaube, nicht nur die meisten Berufstätigen sondern auch Schüler kennen dieses Gefühl. Endlich Wochenende. Keine Baustelle, keine Termine, keine Kundenanrufe. Zumindest meistens.

Natürlich gibt es auch bei uns Elektrikern Ausnahmen. Wenn irgendwo eine Heizung ausfällt oder eine wichtige Anlage stehen bleibt, kann schon mal ein Notdienst nötig sein. Aber normalerweise habe ich am Wochenende Ruhe vor meiner Arbeit.

Und das ist auch gut so.

Denn nach einer anstrengenden Woche merke ich oft, dass nicht nur mein Körper müde wird. Auch der Kopf braucht irgendwann eine Pause. Ständig Probleme lösen, Entscheidungen treffen und überlegen, was als Nächstes zu tun ist, kostet Kraft.

Interessanterweise ist die Idee eines Ruhetages keine moderne Erfindung. Schon ganz am Anfang der Bibel lesen wir, wie Gott die Welt erschafft. Tag für Tag entsteht etwas Neues. Licht und Finsternis. Himmel und Erde. Pflanzen, Tiere und schließlich die Menschen.

Am Ende heißt es: „Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk, das er gemacht hatte, und ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken.“

Natürlich war Gott nicht erschöpft. Er braucht keinen Schlaf und keine Erholung. Aber er setzt damit ein Vorbild für uns Menschen.

Arbeiten und Ausruhen gehören zusammen.

Trotzdem fällt mir das Ausruhen manchmal gar nicht so leicht.

Da liegt noch eine E-Mail im Postfach. Im Garten könnte man noch schnell etwas erledigen. Im Haus wartet auch immer irgendwo eine Kleinigkeit. Und manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich am Sonntag schon darüber nachdenke, was am Montag auf der Baustelle alles ansteht.

Dabei merke ich immer wieder: Wer nie anhält, verliert irgendwann die Freude an seiner Arbeit.

Ein Ruhetag bedeutet nicht nur, nichts zu tun. Es bedeutet auch, bewusst Zeit für Dinge zu haben, die sonst zu kurz kommen.

Für mich gehört dazu ganz besonders die Zeit mit Gott.

Eine Andacht, ein Spaziergang oder einfach ein paar ruhige Minuten mit der Bibel. Zeiten, in denen ich nicht über die nächste Baustelle nachdenken muss, sondern mich daran erinnern kann, dass Gott alles in der Hand hat.

Gerade dann kann ich ihm erzählen, was mich beschäftigt. Die Dinge, die gut gelaufen sind. Aber auch die Sachen, die schief gegangen sind. Manchmal sind das größere Sorgen. Manchmal nur Kleinigkeiten, über die ich mich geärgert habe.

Und oft stelle ich fest, dass meine Probleme dadurch nicht automatisch verschwinden. Aber sie drücken nicht mehr so schwer auf meinen Schultern.

Jesus sagt: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“ Matthäus 11,28

Das ist eine Einladung, die bis heute gilt.

Wir müssen nicht alles alleine tragen. Wir dürfen mit unseren Sorgen, unserer Müdigkeit und unseren Fragen zu Jesus kommen.

Und genau deshalb ist der Sonntag für mich mehr als nur ein freier Tag. Er erinnert mich daran, dass mein Wert nicht davon abhängt, wie viel ich arbeite oder leiste. Gott liebt mich nicht wegen meiner Arbeit, sondern weil ich sein Kind bin.

Ich wünsche dir, dass du in deinem Alltag immer wieder Zeiten findest, in denen du zur Ruhe kommen kannst. Zeiten, in denen du bei Gott neue Kraft auftanken kannst.

Und vielleicht genießt du dann den nächsten Freitagabend noch ein kleines bisschen mehr.

Denn nach einer anstrengenden Woche darf man sich auch einfach mal freuen:

Hoch die Hände, Wochenende.


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