Am Lagerfeuer kann man nicht nur Würste grillen, Lieder singen und Stockbrot backen. Deshalb möchte ich euch diese Woche ein paar Ideen für Spiele rund ums Lagerfeuer mitgeben.
Gedanken zum Einstieg
Willkommen zu unserem Lagerfeuerabend!
Es gibt im Zeltlager kaum etwas Schöneres, als gemeinsam am Feuer zu sitzen. Das Knistern der Flammen, der Geruch von Holz, das warme Licht in der Dunkelheit – all das macht eine ganz besondere Stimmung. Vielleicht habt ihr es schon einmal erlebt: Wenn man in die Glut schaut, kann man minutenlang einfach still sein, ohne dass es langweilig wird. Ein Lagerfeuer zieht uns irgendwie in seinen Bann.
Seit Menschengedenken sammeln sich Leute am Feuer. Schon unsere Vorfahren saßen zusammen, um Geschichten zu erzählen, Musik zu machen oder einfach die Wärme zu genießen. Am Feuer fühlt man sich geborgen und verbunden – miteinander und auch ein Stück mit Gott, der uns all das schenkt.
Heute wollen wir diese Tradition fortsetzen: Wir werden lachen und spielen, wir singen das eine oder andere Lied, wir hören spannende oder lustige Geschichten – und natürlich gehört auch Stockbrot oder etwas Leckeres vom Feuer dazu. Aber das Wichtigste ist: Wir verbringen die Zeit miteinander. Ohne Hektik, ohne Stress, einfach in Gemeinschaft.
Und vielleicht denkt ihr mal einen Moment darüber nach, dass Jesus gesagt hat: ‚Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis bleiben, sondern wird das Licht des Lebens haben.‘ So wie das Feuer uns heute Licht und Wärme schenkt, will Jesus unser Leben hell machen.
Lasst uns diesen Abend genießen, zusammen Spaß haben und das Feuer auf uns wirken.

Ich packe meinen Rucksack (Lagerfeuer-Edition)
Das klassische Merkspiel, aber mit Zeltlager-Themen: Stockbrot, Taschenlampe, Schlafsack, Marshmallow…
Die Gruppe sitzt im Kreis am Lagerfeuer. Eine Person beginnt und sagt: „Ich packe in meinen Koffer…“ und nennt einen Gegenstand, zum Beispiel „eine Zahnbürste“.
Die nächste Person wiederholt alles bisher Genannte in der richtigen Reihenfolge und ergänzt einen neuen Gegenstand: „Ich packe in meinen Koffer eine Zahnbürste und Marshmallows…“. So geht es reihum weiter. Mit jeder Runde wird die Liste länger – und die Herausforderung größer.
Wer einen Gegenstand vergisst oder die Reihenfolge durcheinanderbringt, scheidet entweder aus oder bekommt eine kleine lustige Aufgabe.
Das Spiel ist einfach, braucht kein Material und funktioniert besonders gut am Lagerfeuer, weil alle mitmachen können und schnell eine lockere, gemeinschaftliche Stimmung entsteht.
Ich habe noch nie
Ein einfaches Spiel, das fast keine Vorbereitung braucht und am Lagerfeuer erstaunlich schnell für gute Stimmung sorgt. Manche Aussagen führen zu lautem Gelächter, andere zu überraschenden Geschichten und plötzlich erfährt die Gruppe Dinge voneinander, die sonst wahrscheinlich nie erzählt worden wären.
Alle Teilis sitzen im Kreis und strecken zu Beginn fünf Finger in die Luft. Nun geht es reihum. Wer an der Reihe ist, beginnt einen Satz mit:
„Ich habe noch nie …“
Zum Beispiel:
- „… ein echtes Kamel gesehen.“
- „… eine Pizza alleine gegessen.“
- „… aus Versehen zwei unterschiedliche Schuhe angehabt.“
- „… im Schlaf geredet.“
- „… etwas Verlorenes wiedergefunden.“
Jetzt reagieren alle anderen:
Wer die genannte Sache schon einmal gemacht hat, klappt einen Finger ein. Wer sie noch nie gemacht hat, lässt die Finger oben.
Dann ist die nächste Person dran und denkt sich eine neue Aussage aus.
Das Spiel geht so lange weiter, bis jemand alle fünf Finger unten hat. Diese Person muss eine kleine, lustige Aufgabe erfüllen. Wichtig dabei: Die Aufgaben sollen witzig sein, aber niemanden bloßstellen.
Zum Beispiel:
- ein bekanntes Lied summen
- wie ein Huhn um das Feuer laufen
- drei Tiergeräusche machen
- einen Witz erzählen
- einen Gegenstand am Lagerfeuer möglichst episch vorstellen
- eine Minute lang nur flüstern
Gerade am Lagerfeuer funktioniert das Spiel besonders gut, weil schnell lockere Gespräche entstehen. Oft erzählen Teilis nach einer Aussage noch kleine Geschichten dazu. Dadurch wird aus dem Spiel fast automatisch auch ein Kennenlernspiel.
Wichtig ist, dass die Spielleitung ein bisschen darauf achtet, welche Aussagen gestellt werden. Niemand soll unangenehme oder peinliche Dinge erzählen müssen. Am besten funktionieren lustige, harmlose oder überraschende Aussagen aus dem Alltag.
Mord in Palermo
Siehe https://jungscharwerkstatt.de/mord-in-palermo-extended
Alle Teilis übernehmen heimlich eine Rolle, zum Beispiel Dorfbewohner, Mafia oder Sonderrollen wie Detektiv oder Arzt. In der Nacht schließen alle die Augen, und die Mafia wählt ein Opfer. Am Tag wird diskutiert: Wer steckt dahinter? Die Gruppe versucht gemeinsam, die Täter zu entlarven, während die Mafia alles daransetzt, unentdeckt zu bleiben. Durch zusätzliche Rollen in der Extended-Version entstehen noch mehr Möglichkeiten, Spannung und überraschende Wendungen. Das Spiel lebt von Diskussionen, Täuschung und guter Beobachtung.

Setting am Lagerfeuer nutzen:
- Spielleitung erzählt die Geschichte möglichst spannend
- Pausen lassen → Spannung entsteht
- Stimme variieren (ruhig, geheimnisvoll)
Geschichten-Stafette
Die Gruppe denkt sich gemeinsam eine Geschichte aus. Eine Person beginnt mit einem Satz, dann geht es reihum weiter – jeder fügt einen weiteren Satz hinzu. So entsteht Schritt für Schritt eine oft völlig verrückte Geschichte. Es gibt keine falschen Ideen, und gerade die unerwarteten Wendungen machen den Reiz aus. Am Lagerfeuer sorgt dieses Spiel für eine entspannte und oft sehr lustige Abschlussrunde.
Jemand beginnt mit einem Satz („Es war eine dunkle Nacht im Wald…“). Die anderen erzählen reihum einen weiteren Satz. Daraus entsteht eine witzige oder gruselige Geschichte. Folgende Regeln gelten:
- Reihum erzählen
Jeder darf der Geschichte einen Satz hinzufügen. Danach ist der Nächste dran. - Anschließen, nicht abbrechen
Der neue Satz muss an den vorherigen anknüpfen – die Geschichte soll weitergehen, nicht ganz neu anfangen. - Fantastisch erlaubt
Alles darf vorkommen: lustig, spannend, verrückt, märchenhaft. Nur bitte niemanden in der Runde bloßstellen. Eventuell die Option „Weiter“ anbieten. - Keine Unterbrechungen
Während jemand erzählt, hören die anderen zu. Gelacht werden darf natürlich trotzdem. - Ende finden
Nach ein paar Runden beendet der Spielleiter oder eine bestimmte Person die Geschichte mit einem Schlusssatz.
Start-Sätze könnten sein:
Spannend / geheimnisvoll
- „Es war eine dunkle Herbstnacht, und plötzlich hörte man ein Rascheln hinter den Bäumen …“
- „Mitten im Wald lag eine alte Schatztruhe – aber sie war verschlossen.“
- „Gerade als wir dachten, alles sei ruhig, blitzte ein seltsames Licht am Himmel auf.“
- „Der Hund bellte laut – doch niemand konnte sehen, worauf er ansprang.“
Lustig / verrückt
- „Plötzlich stand ein sprechender Kürbis vor uns und sagte: ‚Ich habe Hunger!‘“
- „Eigentlich wollten wir nur Stockbrot machen – aber dann fing der Teig an zu tanzen.“
- „Jonas stolperte über eine Kastanie, und daraus wurde der Beginn eines großen Abenteuers.“
- „Im Laubhaufen bewegte sich etwas – und heraus kam … eine Ente mit Sonnenbrille!“
Märchenhaft / fantastisch
- „Hinter der alten Burgmauer öffnete sich plötzlich ein geheimes Tor.“
- „Die Eule landete direkt vor unseren Füßen und sprach: ‚Ihr müsst mir helfen!‘“
- „Ein Drache schwebte über den Zelten, doch er spuckte nicht Feuer, sondern …“
- „Am Lagerfeuer erschien eine Gestalt im Nebel, die eine geheimnisvolle Karte trug.“
Black Stories / Rätselgeschichten
Bei „Black Stories“ geht es um knifflige, oft etwas düstere Rätselgeschichten. Die Spielleitung liest einen kurzen, geheimnisvollen Fall vor – zum Beispiel eine seltsame Situation oder ein unerklärliches Ereignis. Die Teilis kennen aber nur diese Ausgangssituation und müssen nun herausfinden, was wirklich passiert ist.
Dazu dürfen sie der Spielleitung Fragen stellen, die nur mit „Ja“, „Nein“ oder „irrelevant“ beantwortet werden können. Schritt für Schritt tasten sie sich so an die Lösung heran. Oft braucht es kreative Ideen, genaues Nachdenken und manchmal auch ungewöhnliche Ansätze, um hinter das Geheimnis zu kommen.
Das Spiel lebt von Spannung und gemeinsamen Rätseln. Gerade am Lagerfeuer entsteht dabei eine besondere Atmosphäre, weil alle mitdenken, mitfiebern und die Geschichte Stück für Stück aufgedeckt wird.

Natürlich gibt es in der Jungscharwerkstatt viele Ideen für Black Stories.
Wer bin ich?
Das berühmte Spiel mit den Haftnotizen an der Stirn. Jeder Teili bekommt eine Haftnotiz mit dem Namen einer bekannten Person auf die Stirn geklebt – ohne sie selbst zu sehen. Die Namen werden vorher von den MA vorbereitet und können reale Personen (z. B. Sportler, Schauspieler) oder fiktive Figuren (z. B. Superhelden, Filmcharaktere) sein.
Üblicherweise fragt eine Person so viele Ja/Nein-Fragen, bis sie weiß, wer sie ist oder 10 Fragen mit „Nein“ beantwortet wurden
Damit am Feuer alle ein bisschen beschäftigt sind, würde ich reihum spielel: Jeder darf der Gruppe Fragen stellen, die nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können, um herauszufinden, wer er ist. Wer richtig rät, ist fertig – oder bekommt eine neue Rolle. Das Spiel ist einfach, sorgt für viele lustige Momente und funktioniert am Lagerfeuer besonders gutin dieser Version, weil alle eingebunden sind und mitraten können.
Eine Liste mit möglichen Namen:
- Taylor Swift
- Spongebob Schwammkopf
- Shrek
- Jamal Musiala
- Tom Holland
- Elsa
- Olaf (Frozen)
- Millie Bobby Brown
- Eleven (Stranger Things
- Albert Einstein
- Sonic
- Wednesday Addams
- Olivia Rodrigo
- Minion
- Mark Forster
- Spider-Man
- Micky Maus
- Super Mario
- Jemand aus dem MA-Team
- …
Tödliches Blinzeln
Siehe https://jungscharwerkstatt.de/toedliches-blinzeln

Die Gruppe sitzt im Kreis und schaut sich an. Eine Person wird heimlich zum „Killer“ und eine zur „Polizei“ bestimmt. Der Killer kann andere Teilis durch ein unauffälliges Blinzeln „töten“. Wer angeblinzelt wird, wartet einen Moment und „stirbt“ dann möglichst dramatisch. Die anderen versuchen herauszufinden, wer der Killer ist. Wenn die Polizei glaubt, ihn erkannt zu haben, darf sie einen Verdacht äußern. Stimmt es, ist die Runde gewonnen.
Gruselgeschichten
Siehe https://jungscharwerkstatt.de/tag/gruselgeschichte
Gruselgeschichten gehören natürlich auch zu einem richtigen Lagerfeuerabend dazu. Gerade im Dunkeln, wenn das Feuer knistert und ringsum langsam alles ruhiger wird, entsteht eine besondere Stimmung. Achtet aber darauf, dass aus „ein bisschen Gruseln“ keine echte Angst wird. Nicht jedes Teili verträgt dieselbe Art von Spannung.
Deshalb eignen sich Gruselgeschichten eher für ältere Teilis. Im Zweifelsfall lieber geheimnisvoll, spannend oder lustig erzählen statt richtig schockierend. Oft sind die Geschichten am besten, bei denen die Gruppe zwar zusammenzuckt, danach aber sofort lachen muss.
Außerdem macht nicht nur die Geschichte selbst den Unterschied, sondern auch die Art, wie sie erzählt wird. Leises Sprechen, kurze Pausen und ein bisschen Lagerfeuer-Stimmung wirken meistens stärker als irgendwelche Horror-Schockmomente.
Quellen für gruppentaugliche Gruselgeschichten:
- https://www.jugendleiter-blog.de/ferienlager-idee/gruselgeschichten/
- https://www.praxis-jugendarbeit.de/spielesammlung/sp-lagerfeuer-grusel-geschichten.html
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