Die Frage des Blickwinkels eine Andacht von Uli

Im Sommer durfte ich wieder bei der AJC-Jungscharfreizeit als Mitarbeiter dabei sein. Das Motto des Zeltlagers lautete „Hollywood“, es ging um die biblische Geschichte von David. Natürlich durften bei diesem Thema ein roter Teppich mit Blitzlichtgewitter nicht fehlen. Daher überlegte ich mir kurzerhand, einen Fotoworkshop anzubieten.

Ich malte mir im Vorfeld der Freizeit aus, wie der Workshop ablaufen soll. Als erstes sollte eine kleine Einweisung über Spiegelreflexkameras erfolgen und anschließend sollten die Teilnehmer lernen mit der Kamera umzugehen. Worauf man beim Fotografieren achten muss, welche Einstellungen der Kamera wichtig sind und andere Fragen sollten uns beschäftigen.

Nun war es soweit und die Freizeit war im vollen Gange und die erste Workshop-Zeit startete. Eine kurze Einweisung erfolgte und ich merkte, dass die Teilnehmer sich nicht für die Funktionen der Kamera interessierten. Daher warf ich meinen Plan über Bord und drückte die Spiegelreflexkamera einem Teilnehmer in die Hand und los ging es über den Zeltplatz. Unser Ziel war es, so viele Teilnehmer und Mitarbeiter wie möglich vor die Linse zu bekommen.

An den Abenden schaute ich mir die Bilder vom jeweiligen Tag auf meinem Laptop an. Ich war begeistert. Die Teilnehmer machten grandiose Bilder. Um ehrlich zu sein, war ich etwas neidisch. Ich fragte mich, warum die Bilder der Teilnehmer so gut und schön sind, einfach anders als meine Bilder. Irgendwann kam mir ein Gedanke, der mich die ganze Freizeit hindurch nicht mehr losgelassen hat. >> Es ist alles eine Frage des Blickwinkels. <<

Meine Bilder wurden aus dem Blickwinkel eines Erwachsenen geknipst. Die Teilnehmer des Fotoworkshops hingegen sind den anderen Teilnehmern auf Augenhöhe begegnet.

Meine Gedanken gingen weiter. Wie ist es mit Gott? Gott hätte seinen Heilsplan auch vom Himmel aus erledigen können. Gott hätte von oben herab die Weltgeschichte so lenken können, dass alles ein gutes Ende hat. Aber Gott ist anders. Gott ist uns Menschen auf Augenhöhe begegnet. Gott wurde durch Jesus Mensch und hat sich klein gemacht für uns Menschen, für dich und mich. Er hat mit den Menschen hautnah gelebt, erlebt, geweint und gelacht. Jesus weiß, was uns Menschen umtreibt. Er kennt unsere Sorgen, Krankheiten, er weiß was uns bedrückt. Er weiß aber auch, wann es uns gut geht und freut sich mit uns.

Oft ist ein solcher Blickwechsel auch in unserem Leben notwendig.

An Weihnachten dürfen wir feiern, dass Gott Mensch wurde. Jesus kam zu uns auf die Erde, dass wir Menschen durch ihn Gottes Liebe erfahren dürfen. Welch ein Geschenk, das ich als kleiner Mensch von einem menschgewordenen Gott in Augenhöhe empfangen darf.

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