Siebdruck

Auf vielen Zeltlagern wird von jedem Teilnehmer ein T-Shirt mit dem Motto oder dem Logo der Freizeit bemalt. Oft werden Stempel gebastelt oder Schablonen und das Ergebnis ist nicht so prickelnd.

Vor einigen Jahren bin ich auf Siebdruck gestoßen. Ich dachte immer, eine professionelle Drucktechnik ist unbezahlbar. Aber wenn man selber ein bisschen bastelt und improvisiert, hält sich das finanziell in Grenzen. Mit einem Einsteigerset, (wie immer gilt: kauft wo ihr wollt) das ich für rund 100 Euro  gekauft habe, konnte ich einen schon bespannten Siebdruckrahmen  mit der lichtempfindlichen Emulsion beschichten, mit einem Baustrahler im abgedunkelten Bad belichten und mit Hilfe der Siebklammern einen ersten, einfachen Siebdrucktisch basteln. Und letztendlich mit der mitgelieferten Farbe und der Rakel die ersten T-Shirts bedrucken.

Der zweite Drucktisch hat gefederte Scharniere

Was ist Siebdruck überhaupt?

Siebdruck ist ein Schablonendruckverfahren. Dazu wird ein feines Sieb mit einer Emulsionsschicht teilweise farbundurchlässig gemacht. Überall wo die Schicht unterbrochen ist, kann Farbe auf den Stoff gelangen. Individuelle Drucke wie verschiedene Namen und unterschiedliche Größen sind nicht möglich. Dafür muss man dann jeweils ein eigenes Sieb machen. Aber man kann das Logo vom Zeltlager auf nahezu unbegrenzt viele Shirts drucken.

Dabei solltet ihr beachten, dass das Motiv für Anfänger einfarbig und ohne Farbverläufe ist. Grundsätzlich ist das auch möglich, aber dann sollte man ne Menge Geld für ein Siebdruckkarusell mit 4 oder sogar 6 Siebhaltern investieren.

Anleitung zum Siebdrucken

Im Internet gibt es einige Videoanleitungen zum Siebdrucken. (Link zu Siebdruckland. Da werden alle Fragen beantwortet) Ich möchte hier aber in kurzer schriftlicher Form mal einen Überblick verschaffen.

  1. Sieb beschichten: Das gereinigte Sieb wird mit einer Beschichtungsrinne mit flüssiger Emulsion beschichtet. Dazu muss der Raum so dunkel wie möglich sein. Die Emulsionen reagieren nicht auf Gelblicht, weshalb ich eine gelbe Lampe benutze um etwas zu erkennen. Mit der Rinne trägt man eine dünne Schicht auf das Sieb auf. Dann muss das Sieb einige Stunden trocknen. Liegend im Dunkeln. Ich hab mir dazu einen Platz in einem Schrank freigeräumt, weil dann das Bad nicht den ganzen Tag verdunkelt sein muss.
  2. Motiv ausdrucken: Das Motiv wird auf eine Overheadfolie gedruckt. Alles was auf der Folie Schwarz ist, wird später auf dem Sieb durchlässig, also farbig. Außerdem ist es wichtig, dass der Drucker möglichst lichtundurchlässig druckt. Mit meinem Laserdrucker klappt das problemlos.
  3. Sieb belichten: In den Anleitungen wird meistens von einem „Seperator“ gesprochen. Der sorgt dafür, dass von hinten auch kein Licht an die Emulsionsschicht kommt. Die einfachste Lösung sind ein paar gefaltete T-Shirts. Das oberste sollte schwarz sein. dadurch wird verhindert, dass Licht von hinten an das Sieb kommt. Auf den Seperator kommt der beschichtete Rahmen. Das Sieb schaut dabei nach oben. Darauf kommt die Folie mit dem Motiv. Die muss spiegelverkehrt liegen. am besten fixiert ihr sie mit etwas durchsichtigem Klebeband. Als letzte Schicht kommt eine Plexiglasplatte auf den Stapel, damit die Folie schön flach auf dem Sieb aufliegt.
    Es folgt das Belichten. Ich nehme dazu einen 500W Halogenstrahler im Abstand von ca. 60cm. Erfahrungsgemäß dauert es mit der Emulsion die ich verwende etwa 6 Minuten bis das Sieb belichtet ist. Dabei härtet die Schicht überall wo Licht hinkommt aus.

    Das Sieb ist eingeweicht und das Motiv zu erkennen.

     

  4. Sieb auswaschen: Immer noch im dunkeln Badezimmer lege ich das Sieb in die Badewanne und mache mit dem Duschkopf erst mal beide Seiten nass und lasse die unbelichteten Stellen ein bis zwei Minuten einweichen. Dann wasche ich im Abstand von 40 bis 50cm mit dem Duschkopf das Motiv aus. Ab jetzt kann es wieder hell werden. Das Sieb muss jetzt trocknen und kann dann zum Drucken verwendet werden.

    Das Sieb ist im Drucktisch eingespannt. Hier ist die Unterseite zu sehen

     

  5. Drucken: Nach relativ langer Vorbereitung geht es jetzt endlich ans Drucken. Die ersten T-Shirts habe ich einfach auf einen Tisch gelegt und das Sieb mit Schraubzwingen darauf fixiert. Später habe ich mir einen einfachen Siebdrucktisch aus zwei Holzplatten und zwei Siebdruckklammern gebastelt. Das Sieb wird auf dem T-Shirt fixiert, dann kommt Farbe auf das Sieb und wird mit einer Rakel durch die offenen Stellen im Sieb auf das Shirt gedrückt. Sieb runter- nächstes Shirt auf den Tisch. Fixieren, drucken und so weiter.

    Das noch unbedruckte T-Shirt wird mit Kragen zu mir auf den Drucktisch gezogen.

    Noch ein Wort zur Farbe: Für den Textildruck werden zwei grundsätzlich unterschiedliche Farben angeboten. Auf Wasser- und auf Kuststoffbasis. Wasserfarben sind für Anfänger besser geeignet.

    Die Siebdruckfarbe wird mit der Rakel durchs Gewebe gedrückt

     

  6. Farbe fixieren: Die meisten Siebdruckfarben müssen nach dem Druck noch fixiert werden. Bei Wasserfarben passiert das nach dem Trocknen an der Leine ganz einfach mit einem Bügeleisen.

    So sieht das fertige Shirt auf dem Drucktisch aus

     

  7. Optional: Sieb entschichten: Die benutzten Siebe kann man grundsätzlich mit einem Entschichter wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen, wenn man das Motiv nicht mehr braucht. So kann man ein Sieb mehrfach verwenden.

 

Das ist nur eine grobe Anleitung, aber ihr habt jetzt mal einen Überblick und könnt abschätzen, ob ihr diese Art des Drucks mal selber probieren wollt.

PS: Ich verlinke zu Siebdruckland, weil ich bisher ausschließlich dort bestellt habe und zufrieden war. Andere Anbieter können möglicherweise besser und günstiger sein. Das kann ich aber nicht beurteilen.

 

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4 Gedanken zu „Siebdruck#8220;

  1. Unsere T-Shirts sind in diesem Jahr nicht so toll geworden. Stempel aus Korkplatten drucken sehr ungleichmäßig.
    Nächstes Jahr probieren wir dieses Siebdrucken Mal aus.

    • Hallo Johnny,
      grundsätzlich kann man alles bedrucken, was flach ist. Holz, Pappe, Metall, Leder u.s.w. Allerdings braucht man dann andere Farben. Mit den Stofffarben hab ich schon auf Holz geduckt und die Papiertischdecken für den Galaabend auf der Jungscharfreizeit mit dem Freizeitlogo dekoriert

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