Zeltlagerpraxis: Lagerfeuerrezepte

In einigen Zeltlagern ist das Lagerfeuer der Mittelpunkt des Lagers. Aber auch wenn nicht so viel Wert darauf gelegt wird, gibt es doch zumindest einen Lagerfeuerabend.

Und wenn man schon ein Feuer hat, das hell und vor allem warm gibt, dann bietet sich doch an, dass die Hitze zur Zubereitung von Speisen genutzt wird.

Hygienevorschriften können beim Kochen am Lagerfeuer vermutlich nicht zu 100% eingehalten werden.

Grundsätzlich solltet ihr Folgendes beachten:

  • Achtet darauf, dass die Teilis saubere Hände haben
  • Rohes Fleisch muss möglichst lange gekühlt und dann schnell erhitzt werden
  • Hackfleisch ist besonders anfällig für Keime. Ich setze es beim Grillen mit Teilis möglichst vorsichtig ein (siehe Burger und Eintopf)
  • Die Lebensmittel müssen ordentlich durch erhitzt werden. Dann werden mögliche Keime abgetötet
  • Bei Hefeteig kommt noch dazu, dass die Hefe weiterarbeitet, falls sie nicht genügend erhitzt wird: Roher Teig macht Bauchweh. Nicht gefährlich, aber unangenehm
  • Andererseits sorgt zu viel Hitze für „unangenehme Röstaromen“. Es schmeckt also verbrannt. Und das ist ein Zeichen für „besser nicht essen“

Grundsätzlich müsst ihr selbst einschätzen, was ihr mit euren Teilis macht. Sowohl, was den Umgang mit Feuer als auch was den Verzehr von „nicht ganz sterilem“ Essen betrifft.
Ich übernehme keine Verantwortung für die Rezepte und Tipps, obwohl ich alles entweder selbst ausprobiert oder nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert habe.
Am Ende seid aber doch ihr verantwortlich.

Teilweise sind die Rezepte vegetarisch oder vegan. Schaut einfach mal durch, was ihr gut findet.

Am und im Feuer

Ob ihr nun das Essen an einem Stock oder einer extra angefertigten Grillgabel befestigt, ob ihr es direkt in die Glut oder auf einen Stein im Feuer legt, in der ersten Kategorie wird alles direkt an oder in der Feuerstelle zubereitet.

Würstchen

Natürlich. Würstchen kann man auf einen Stock spießen und über der Glut grillen. Das darf in einem Bericht über Kochen am Lagerfeuer nicht fehlen. Aber zu viel Platz werde ich diesem „Rezept“ nicht einräumen. Achtet darauf, dass die Würste nicht durchbrechen oder vom Stock rutschen. Im Ernstfall ist eine Grillzange hilfreich um das Grillgut aus der Glut zu retten.

Stockbrot
Sollte ebenfalls bekannt sein. Hefeteig um einen Stock wickeln, über der Glut backen und mit Würstchen, Nuss Nugat Creme, Marmelade oder Schokoriegel füllen.
Zum Rezept

Stein-Pizza
Die Weiterentwicklung vom Stockbrot: Der Teig ist identisch, wird aber als kleiner Fladen ausgerollt. Mit Tomatensoße, Käse und anderen Pizzabelägen belegen. Ein großer, flacher und vor allem von Dreck befreiter Stein wird in die Glut gelegt und erhitzt. Auf diesen Stein kommt dann der Pizzafladen. Achtet darauf, dass die Pizzen schön flach sind, damit der Käse auch schmilzt. Im Gegensatz zum Backofen kommt die Hitze hier nur von unten.
Macht lieber einige kleinere und nicht eine große Pizza. Dann könnt ihr aus möglichen Fehlern lernen.
Alternativ könnt ihr sie auch auf einer Metallplatte (Achtung! Richtig heiß!) oder in einer Pfanne (siehe Pfannkuchen) backen.

Marshmallows mit Keks

Die pappsüßen Zuckerbomben kriegt man am Lagerfeuer gefühlt noch süßer. Spießt sie auf einen Stock und haltet sie vorsichtig über die Glut. Nach kurzer Zeit werden sie weich. Wenn sie außen leicht braun werden, klemmt ihr sie zwischen zwei Butterkekse. Am besten nehmt ihr die mit einer Schokoladenseite.
So bekommen die Teilis mit wenig Aufwand eine empfohlene Wochen-Zuckermenge in kürzester Zeit ab.
ACHTUNG! Die weichen Marshmallows fallen leicht vom Stock. Wartet lieber nicht zu lange mit dem Essen.

Tipp: Macht euch eure Marshmallows selber.

Glut-Kartoffel
Die Glut-Kartoffel ist das wohl einfachste Lagerfeuer- Gericht. Eine mittelgroße Kartoffel in die Glut legen und eine halbe bis dreiviertel Stunde warten, bis die Kartoffel durch ist. Das könnt ihr feststellen, indem ihr mit einem Messer in die Kartoffel stecht. Wenn das bis zur Mitte gleichmäßig eindringt, ist die Kartoffel durch.
Außenrum ist sie verkohlt. Schneidet sie in der Mitte durch und holt das Innere mit einer Gabel aus der schwarzen Schale. Dazu passt Kräuterbutter, Kräuterquark Salz, Pfeffer oder sonstige Gewürze. Wenn ihr merkt, dass ihr in den verbrannten Bereich kommt, esst nicht weiter!

Alu-Kartoffel
Ihr könnt die Kartoffeln auch in Alufolie einwickeln. Da verbrennt weniger, dafür fällt aber Aluminiumabfall an. Verwendet die Folie nach Möglichkeit mehrfach.
Vorteil an der Alu-Version ist, dass ihr Gewürze wie Salz, Pfeffer, Chillipulver, Thymian oder Rosmarin schon mit garen könnt. Schneidet die Kartoffel vor dem Einwickeln durch, würzt die Innenseite und legt sie wieder zusammen. Alufolie rum und ab ins Feuer.

Schokobanane

Im Prinzip wird die Schokobanane genau so zubereitet wie die Alu-Kartoffel. Schneidet sie der Länge nach von einer Seite her auf und zieht sie etwas auseinander. Sieht dann aus, wie ein kleines Boot. Da füllt ihr noch ein paar Stückchen Schokolade rein und legt sie – mit oder ohne Alufolie – in die Glut. Durch die Hitze verflüssigen sich sowohl Schokolade als auch Banane zu einem leckeren Nachtisch.
Tipp auch abseits vom Lagerfeuer: Falls ihr mal ein paar überreife Bananen habt, die dringend weg müssen: Das Ganze geht auch im Backofen.

Auf dem Rost

Einen Rost bekommt man relativ einfach mit einem Dreibein und Ketten oder einem speziellen Gestell über das Lagerfeuer. Wichtig ist, dass ihr den Abstand zum Feuer möglichst gut variieren könnt.

Steaks und Würstchen
Auch hier gilt wieder: Ja, kann man machen. Aber kreativ ist das eher nicht. Achtet vor allem bei dünnen Würsten darauf, dass sie nicht parallel zum Grillrost liegen, auch hier können sie im Feuer landen.

Burger
Wie oben schon erwähnt ist rohes Hackfleisch anfällig für Keime. Das liegt an der Tatsache, dass sich Keime bei unsachgemäßer Behandlung nicht nur an der Oberfläche absetzen, sondern auch im Innern. Und wenn der Burger nicht ordentlich durch ist, werden sie auch nicht abgetötet.

Ich nehme beim Burger grillen mit Teilis die vorgefertigten Burger aus dem Supermarkt. Eigentlich sind die für die Mikrowelle gedacht. Deshalb sind die Patties schon vorgegart. Die müssen auf dem Grill nur warm werden. Den Käse legt ihr am besten direkt nach dem Wenden aufs Fleisch. Die Buns grille ich auch gern an. Und zusätzlich ein paar Streifen Bacon. Vielleicht noch ein paar Zwiebeln in einer Pfanne. Und eine gute Soße…
OK, jetzt hab ich Hunger.
Achja, wenn ihr doch höherwertige Burger mit frischem Fleisch in der Gruppe grillen wollt, könnt ihr die Patties im Vorfeld in der Pfanne durch garen und gekühlt zum Grillplatz mitbringen.

Gitterkartoffel
Die Gitterkartoffel habe ich schon als kompletten Beitrag veröffentlicht.
Zusammenfassung: Kartoffel in Scheiben schneiden, einritzen, marinieren und ab auf den Rost. Mit den „Röstaromen“ nicht übertreiben.

Im Topf und in der Pfanne

Ein Topf oder eine Pfanne im Feuer eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Flüssigkeiten und Flammen bleiben getrennt.
Der Vorteil von Eintöpfen ist, dass man relativ einfach für mehrere Personen kochen kann. Zum Beispiel bei einer Zwei-Tages-Tour mit Selbstversorgung.
Suppen und Eintöpfe nehmen es nicht so übel, wenn man sie ein bisschen länger über dem Feuer lässt.
Wie beim Grillrost muss man entweder ein Dreibein nutzen oder einen feuerfesten Topf oder eine Pfanne direkt ins Feuer stellen. Macht euch im Vorfeld Gedanken, wie ihr das heiße Kochgeschirr wieder aus dem Feuer bekommt.
Die Zutaten schnibbeln alle gemeinsam, das eigentliche Kochen übernimmt am besten ein Mitarbeitender.

Kartoffelsuppe
für etwa 10 Personen braucht ihr

  • 3 Kilo Kartoffeln
  • 10 mittelgroße Karotten
  • 2 bis 3 Zwiebeln
  • 1 Stange Lauch
  • etwas Petersilie
  • etwas Butter
  • Wasser

Kartoffeln, Karotten, Lauch, Zwiebeln schälen und klein schneiden. Butter im Topf über dem Feuer erhitzen und Gemüse kurz andünsten. Mit Wasser ablöschen. Das ganze Gemüse sollte mit Wasser bedeckt sein. Wenn ihr die Suppe lieber dünner mögt, einfach mehr Wasser rein. Das Ganze aufkochen und dann etwa 25 bis 30 Minuten köcheln lassen. Ob es fertig ist, könnt ihr an den Kartoffeln testen. Sobald die durch sind, könnt ihr die anderen zum Essen holen.

Lagerfeuereintopf
Für etwa 10 Personen
Es gibt kein „richtiges“ Rezept für Eintopf. Variiert mit den Zutaten, wie es euch Spass macht.

Mein Rezept orientiert sich an Chilli con Carne. Wenn ihr es weniger scharf mögt, lasst die scharfen Gewürze einfach weg.

  • 1 Kilo Rinderhack (Bis zum Anbraten gekühlt und verpackt halten! Siehe oben)
  • 2 Kilo Tomaten
  • 750g Bohnen aus der Dose
  • 5 Zwiebeln
  • 3 Paprikaschoten
  • 3 Esslöffel Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayennepfeffer oder anderes Chilipulver

Butter im Topf schmelzen und das Hackfleisch rein. Bratet das Fleisch ordentlich an. Die Zwiebeln schälen, in kleine Würfel schneiden und relativ schnell zum Fleisch geben. Paprika ebenfalls würfeln und mit andünsten. Die Tomaten viertelt ihr und entfernt den grünen Strunk. Ihr könnt die Schale abpulen, aber nötig ist das nicht. Sie kommen gemeinsam mit den Bohnen und der Brühe aus der Dose als letztes in den Topf. Kippt etwas Wasser dazu, bis alles damit bedeckt ist. Salz, Pfeffer und Chillipulver erst mal nur vorsichtig verwenden. Das Ganze lasst ihr eine gute Stunde köcheln. Schmeckt kurz bevor euer Eintopf fertig ist noch mal ab. Macht ihn nicht zu scharf, wer den Eintopf schärfer mag, kann noch im Teller nachwürzen.

Pfannkuchen
Für etwa 10 Personen

Pfannkuchen im Lagerfeuer machen ist schon etwas besonderes. Allerdings braucht ihr dazu eine Pfanne mit feuerfestem, oder sogar extra verlängertem Stiel.

Den Teig könnt ihr in einer Schüssel von den Teilis mit einem Schneebesen anrühren lassen.

  • 1 Kilo Mehl
  • 2 Liter Milch
  • 8 Eier
  • 3 Prisen Salz
  • Wenn ihr fluffige Pancakes machen wollt mischt, noch 3 bis 4 Packungen Backpulver mit rein.
  • etwas Öl oder Butter

Die heiße Pfanne solltet ihr mit etwas Fett vorbereiten, bevor ihr etwas vom Teig dazu gebt. Der Boden sollte gut mit Teig bedeckt sein. Sobald die eine Seite fertig ist, müsst ihr ihn wenden. Am einfachsten geht das, wenn ihr den Pfannkuchen mit der gebackenen Seite nach unten auf einen Teller rutschen lasst, die Pfanne über den Teller stülpt und das Ganze schnell umdreht. Natürlich könnt ihr auch die „fliegende“ Variante machen. Vorausgesetzt, ihr könnt das. Wenn die zweite Seite auch noch fertig ist, lasst ihr ihn auf einen Teller rutschen und schmiert Marmelade, Honig oder was immer ihr wollt drauf.

Was es sonst noch rund ums Lagerfeuer in der Jungscharwerkstatt gibt.

Mehr rund um kochen, backen, essen und trinken

Ganz schlechtNaja...is OKGutSpitze (1 Meinungen, im Schnitt: 5,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.