Zeltlagerpraxis: Workshops

Auf der AJC-Jungscharfreizeit gibt es in der Stunde vor dem Mittagessen die „Workshops“. Und auch auf vielen anderen Zeltlagern gibt es so was. Ob das nun „AGs“ oder „Interessengruppen“ oder sonst irgendwie heißt.

Im Prinzip können die Teilis aus verschiedenen Angeboten wählen, was sie machen möchten. Sport, basteln, relaxen, oder was den Mitarbeitenden sonst noch so einfällt.

Wie immer bei den Zeltlagerpraxis-Beiträgen berufe ich mich auf die Erfahrungen von der AJC-Jungscharfreizeit. Schreibt eure eigenen Erfahrungen in die Kommentare.

Ich stelle mal eine Liste mit verschiedenen Ideen aus den letzten Jahren zusammen. Wenn es schon einen Beitrag zum Thema gibt, dann verlinke ich den gleich. Ich erkläre außerdem mehr oder weniger ausführlich, was da gemacht wird. Bei manchen Workshops sind Sicherungsmaßnahmen wie Kletterausrüstung oder Schwimmwesten nötig. Die MA müssen in so einem Fall sicher damit umgehen können.

Basteln

Bastelworkshops würde ich in zwei Unterkategorien einteilen. „Kleinigkeiten“ und „Projekte“

Kleinigkeiten sollten bei uns in maximal 45 Minuten fertig sein. Die Gesamtzeit der Workshops ist eine Stunde. Dann muss noch das Material und das Werkzeug aufgebaut, und anschließend wieder ins BaMa geräumt werden.

Projekte sind größere Aktionen, die die Teilis nicht mit nach Hause nehmen können. Eine Burg, ein Kolosseum oder Seifenkisten für ein Rennen fallen mir da spontan ein. An diesen Projekten können die Teilis jeden Tag ein Stück weiter bauen.

Kleinigkeiten

T-Shirts bedrucken/bemalen
Ein T-Shirt mit dem Freizeitmotto oder -logo ist ein schönes Andenken an die Freizeit.
Hier gab es schon viele verschiedene Arten, wie die Motive auf den Stoff kamen. Schablonen mit einer Art Airbrush. Stempel aus Kartoffeln oder Moosgummi oder Kork. Einfach Stoffmalfarben mit Pinsel oder spezielle Stifte, die man anschließend mit dem Bügeleisen fixieren muss.
Seit ich vor einigen Jahren mal mit Siebdruck angefangen habe, komme ich wohl nie mehr von den T-Shirts los.
Ihr könnt entweder selbst eine größere Ladung T-Shirts bestellen (fragt bei der Anmeldung nach der Größe) oder die Teilis jeweils eines mitbringen lassen.

Gebetswürfel
Zur Anleitung

Taschen bemalen
Günstige Stofftaschen einkaufen und mit Stoffmalfarben oder Drucktechniken individualisieren

Indiaka basteln
Zur Anleitung

Schrumpelfolie
Dazu gibt es hoffentlich auch bald einen Beitrag. (Ja, der wurde deutlich schneller veröffentlicht als der zu den Workshops…)
Bis dahin: Schrumpelfolie ist eine dünne Folie, die man mit Stiften bunt bemalen und in verschiedene Formen schneiden kann. Wenn man sie anschließend im Backofen erhitzt, schrumpft sie zusammen und wird etwa 2 bis 3 Millimeter dick.

Fimo basteln
Fimo ist eine Modelliermasse, die im Ofen aushärtet. Ob ihr Fimo nehmt, oder ein ähnliches Produkt ist euch überlassen. Es gibt übrigens auch lufthärtende Modelliermassen. Die müssen nicht in den Backofen.

Armbänder
Armbänder kommen bei den Teilis immer gut an. In der Jungscharwerkstatt gibt es bisher Anleitungen für Paracordarmbänder und Freundschaftsbänder.
Wenn es irgendwann weitere Anleitungen geben sollte findet ihr sie mit dem Suchbegriff Armbänder

Faltboxen
Nein, Faltboxen ist kein Sportworkshop, wie ein Teili mal meinte. „Wo ist nochmal der Box-Workshop?“
Bei Faltboxen wird aus dickerem Papier eine Vorlage ausgeschnitten und entsprechend gefaltet.
Anleitungen im Netz

Tetrapack-Geldbeutel
Zur Anleitung

Karten basteln
Aus Tonpapier lassen sich leicht Grußkarten schneiden, die die Teilis mit Stiften, Aufklebern, buntem Sand oder was euch sonst noch so einfällt verzieren können.

Seife gießen
Irgendwo zwischen basteln, kochen und Wellness ist das Gießen von Seife.
Auch hier gibt es eine Anleitung

Wimpelketten
Aus Tonpapier werden Rauten mit einer Seitenlänge von 8 bis 10 cm zurechtgeschnitten. Diese werden bemalt und um eine lange Schnur zum Dreieck geklebt.

(LED-) Nagelbilder
Ob mit oder ohne LEDs, Nagelbilder lassen sich auch in relativ kurzer Zeit basteln. Zur Anleitung

Kokos-Ketten
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Stempel basteln
Zur Anleitung

Projekte

Gaga-Game bauen
Wer das Gaga-Game spielen will, muss erst mal eine GaGa-Arena (GaGa-Pit) bauen. Im Prinzip besteht diese aus 8 Holzplatten, die mit 16 teilbaren Scharnieren ( Scharnier mit losem Stift ) verbunden werden. Eine weitere gemeinsame Aktion wäre, die Platten im Vorfeld zu bemalen.

„Gebäude“ bauen
Gebäude ist ein großes Wort. Aber die Bauprojekte wie Ritterburg und Kolosseum waren auch groß. und wenn es nur ein paar Wände aus Holzschwarten waren, die die Teilis unter Aufsicht von einigen MA zusammen genagelt hatten, es war genug, dass der Abschlußabend darin stattfinden konnte.

Goliath bauen
Im ChampCamp 2004 drehte sich alles um David. Da wurde in den Workshops ein fast 4m großer Goliath aus Holz gebaut, auf den man dann mit Pfeilen (OK, im Original war es eine Schleuder…) schießen konnte.

Floß bauen
Bringt nur dann etwas, wenn ein See in der Nähe ist und ihr das Ding irgendwie dort hin bekommt. Eine Konstruktion aus Fässern oder Kanistern für den Auftrieb und einer Plattform aus Holz. Ob ihr den Ehrgeiz habt, alles mit Leinen zusammen zu binden oder auch Nägel und Schrauben verwendet, müsst ihr entscheiden. Vermutlich bekommt ihr keine Stämme, die dick genug sind um genügend Auftrieb zu erzeugen. Falls doch, könnt ihr die Fässer auch weg lassen.
Ich hab mal eine Anleitung ergoogelt.
ACHTUNG! UNBEDINGT SCHWIMMWESTEN TRAGEN UND TEILIS BEAUFSICHTIGEN! FLOßE KÖNNEN SCHNELL KENTERN!

Sport

Fußball
Natürlich muss Fußball bei den Workshops angeboten werden. Eine Wiese, 2 Tore und ein Ball. Schon ist der Workshop vorbereitet. Je nach „Wiese“ kann auch Geländefußball gespielt werden.

Gaga-Game
Gaga-Game ist eine Variante vom Völkerball. Die Regeln sind in 5 Minuten erklärt und alle können mitspielen. Ihr benötigt dafür eine Gaga-Arena, die ihr aber relativ einfach selbst basteln könnt.

Splashyball
Das erfrischende Sommerspiel.
Zu den Regeln

Turnen
Ihr braucht ein paar Matten und sportliche Leute. Ein oder zwei MA, die sich entsprechende Übungen ausdenken und auch vorturnen können. Achtet darauf, dass nicht jeder alle Übungen können kann. Eventuell könnt ihr was für den Abschlussabend einstudieren.

Spikeball
In den letzten Jahren stark im kommen. Das Spiel wird rund um ein flaches Netz gespielt. Wird unter verschiedenen Namen verkauft.

Tanzen
Ähnlich wie beim Turnen braucht man MA, die die entsprechenden Bewegungen vormachen können. Auch hier bietet sich eine Showeinlage für den Abschlußabend an.

Völkerball
Regeln sollten bekannt sein. Falls nicht: Hier sind sie

Bullriding
Für unser Wildwestlager haben Robin und Schmoun ein Bullriding gebaut. Eine ganze Ladung Matten sollte da drunter. Im Endeffekt ist das ein Blechfass mit Sattel, das mit Spanngurten zwischen 4 Pfosten hängt. Notiz an mich: Bauanleitung schreiben.

Testlauf unter Mitarbeitenden. Bei Teilis kann man die Kraft des „Bullen“ entsprechend anpassen.

Ninja
Ein schnell zu lernendes Spiel bei dem jeder gleich mit spielen kann. Zur Anleitung

Frisbee
Eine Scheibe und ein paar Leute, die im Kreis stehen und schon ist der Workshop in einer Minimalversion fertig. Frisbee-Grundlagen und Frisbee-Spiele

Wenn wir bei Frisbee im allgemeinen sind, möchte ich noch zwei Workshops im speziellen vorstellen:

Frisbee-Golf
Wer trifft mit den wenigsten Würfen ins Ziel? Zur Anleitung

Ultimate-Frisbee
Ein (idealerweise) kontaktloser Mannschaftssport. Zur Anleitung

Jonglieren
Wenn Mitarbeitende jonglieren können, ist das eine gute Möglichkeit, es den Teilis beizubringen.

Kisten stapeln
Für diesen Workshop braucht ihr einen sicheren Anschlagpunkt in mehreren Metern Höhe, Kletterausrüstung zum sichern der Teilis, und MA mit Toprope-Befähigung. Achja, eine Menge leerer Getränkekisten. AUF KEINEN FALL AUF EINES DER DINGE VERZICHTEN!!!
Das Ganze läuft dann so ab, dass die Teilis eine Kiste auf die andere stapeln während sie daran hoch klettern. Achtet darauf, dass niemand im Kippbereich der Kisten steht.

Monkey Climbing
Ähnlich wie beim Kisten stapeln müsst ihr auch hier die Teilis zuverlässig sichern können. Also sind passende Ausrüstung und Befähigung Pflicht. Beim Monkey Climbing werden Klettergriffe mit Spanngurten an einem Baum befestigt. Am Höchsten Punkt wird das Sicherungsseil angeschlagen
Monkey Climbing kam zum Beispiel beim Reformations-Cache zum Einsatz

American Eagle
Im Gegensatz zu Ultimate Frisbee ist American Eagle nicht kontaktlos zu spielen. Achtet darauf, dass fair gespielt wird.

Slackline
Habt ihr ein paar Bäume auf dem Zeltplatz? Dann spannt doch eine Slackline und lasst die Teilis ihr Können testen

Parcours
Auch hier können kundige Mitarbeitende ihr Wissen an die Teilis weiter geben und gemeinsam trainieren.

Indiaca spielen
Wenn man Indiaca bastelt, kann man auch damit spielen. Oder mit der gekauften Version.

Relaxen

Faulenzerworkshop
Damit fing die ganze Relaxerei an. Einem Mitarbeiter fiel auf, dass manche Teilis sich während der Workshops ins Zelt zurück zogen. Auf Nachfrage erzählten sie, dass sie keine Lust auf Workshops hatten und sich lieber ausruhen wollten. Also gab es im Jahr darauf einen Faulenzerworkshop. Ein paar Matten mitten auf dem Zeltplatz oder in den Schatten und einfach hinsetzen oder -legen und ein bisschen miteinander reden. Die Teilis sind „beschäftigt“ und die Gefahr von Heimweh etwas gemindert.

Massage
Ein paar Massagebälle oder ähnliches machen aus dem Faulenzerworkshop einen Massageworkshop. Ein offenes Angebot, sich den Rücken massieren zu lassen oder andere zu massieren. Eine Massage von Teilis ist dabei nicht unbedingt eine Entspannung. Aber wenn es ihnen Spass macht, könnt ihr euch eventuell trotzdem den Rücken durchkneten lassen…

Mittlerweile sollten alle Mitabeitenden geschult sein, wie viel Nähe und Berührungen in Ordung sind. Achtet darauf!

Hörspiele hören
Die Matten und die Gemütlichkeit bleiben. Am Anfang war es noch ein CD-Player, mittlerweile hat eine Bluetooth-Box die Funktion übernommen. Gehört werden zum Beispiel „5 Geschwister“ oder „Radio Doppeldecker

Gesichtsmasken und Nägel lackieren
Nicht nur die Mädels besuchen den Workshop mit Gesichtsmasken und Nägel lackieren. Auch Jungs lassen sich Quark und Honig ins Gesicht schmieren und liegen dann eine ganze Weile still. Einige „ganz Mutige“ rennen anschließend auch mit bunten Nägeln über den Zeltplatz.

Lieder singen
Jemand mit Gitarre und ein paar Liederbücher und los geht der Workshop.
Oder ihr macht es eine Nummer größer: Die ganze Lagerband und das Singteam gehen auf die Bühne und die Texte kommen an die Leinwand.

Brett- und Kartenspiele
Hier müsst ihr eventuell ein paar Tische aufbauen. Uno oder ähnliches könnt ihr auf dem Boden sitzend spielen, bei Mensch ärgere dich oder einer Mikado-Variante wird das schwierig

Frisuren
Fällt auch in den Bereich „relaxen“. zumindest für die Teilis. Die MA haben ordentlich was zu tun. Da gibt es alle möglichen Zöpfe und Hochsteckfrisuren, von denen sich Marge Simpson eine Scheibe abschneiden könnte.

Sonstige

backe, backe Kuchen
Die MA bereiten Backzutaten für Kuchen vor, und die Teilis rühren und kneten alles zusammen. Dann werden die befüllten Formen in die Küche gebracht und gebacken.
Denkbar wäre auch „Kuchen eindünsten„, dann könnten die Teilis am Ende tatsächlich etwas mit nehmen.

Handlettering
Es gibt Menschen, die haben – im Gegensatz zu mir – eine schöne Handschrift. Das ganze kann man dann noch zur Kunstform steigern, indem man schön geschwungene Buchstaben nicht mehr schreibt, sondern richtiggehend malt. Das ist in erster Linie eine Übungssache, aber wenn MA die Teilis anleiten, sind zumindest erste Schritte möglich.

Poker
Einige Jahre machte ein Mitarbeiter einen Poker-Workshop. Natürlich nicht um Geld, aber mit einem kleinen Turnier um herauszufinden, wer das beste Pokerface hat.

Boomwhackers
Boomwhackers sind Rohre aus Kunststoff, die je einen Ton der Tonleiter spielen können. Mit genügend Leuten kann man damit ganze Lieder spielen.

Ihr könnt mir noch weitere Ideen zukommen lassen

Mehr aus der Zeltlagerpraxis-Reihe

Mehr Bastelideen. Auch größere, die den Workshop-Zeitrahmen sprengen würden

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2 Gedanken zu „Zeltlagerpraxis: Workshops#8220;

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